Warum digital sein

Henning Timcke:

Über Hypertektur und DNSthetik

oder

zur Genetik der Kunst im Digitalen.

beginning

Zeitvergessen, zeitverloren

arbeite ich an einem Begriff,

und mit ihm als wortlose,

nicht aber lautlose

Intuition

schon deutlich da und klar.

Ich glaubte einen Begriff zu finden,

er war in meinem Wahrnehmungshorizont

als das im Kern Neue aufgeblitzt,

als ich umging mit Neuen Medien,

mich auseinandersetzte,

beschäftigte

mit Internet und Intranet,

ich hoffte,

das Neue begrifflich gefasst zu haben.

In einem Wort, in a nutshell: Hypertecture, Hypertektur.

Dann schlägt mir Altavista das Wort wieder aus dem Kopf.

Der Begriff ist als neues Wort besetzt und meint

etwas anderes.

Der Begriff,

den ich meine,

befasst sich mit digitalen Kontinenten,

dem Kontinent Metainformation,

den Kontinenten Informatik, Netzwerktopologie, DNS Architektur, Verzeichnisstruktur und Dateisystem,

mit der Klimatologie vernetzter Datenströme

im Virealraum

und

deren Abbildung auf

schon klassischen

Grafischen-Anwender-Oberflächen,

den unbekannten Gesichtern neuer Zukunft und versteht:

das ist Material mit Struktur von Geschichte und dem Potential,

aus Geschichten heraus in Geschichte zu treten.

Damit die Geschichte in den Hintergrund treten kann, dort bleibt. Sicherlich, und

wenn ich mich auf mein persönliches Hoffen beschränken müsste, wird uns der virtuelle Raum,

Cyberspace,

mehr bringen als eine zunehmende Redigitalisierung

des Gewesenen

bis hin

zur letzten Eiszeit.

damals





Interface yourself, Fortsetzung folgt.






Fortsetzen jetzt gleich,

anfangen mit der DNS,

hier nicht die Desoxiribonukleinsäure,

hier präziser anfangen

mit dem DNS (Domain Name System),

wobei die Analogie im Akronym durchaus die Affinität rechtfertigt, die im Kern wirksame, gleiche Bedeutung.

Vertiefte Grundlagen dazu: DNS & BIND,

by Paul Albitz & Cricket Liu .

Was

in der Konsequenz der Lektüre

besondere Aufmerksamkeit verlangt:

die Ausbildung der Grundpfeiler

eines DNStehtischen virtuellen Raumes

erfordert deren geographische Distanz.

Somit ist

ein quasi architektonisches

Grundelement des virtuellen Raumes

ein Rechner mit Verbindung.

(SUN Microsystems, ca. 1989: the network is the computer).

Da steht also irgendwo auf der realen Welt

ein Computergehäuse,

eine Pizzabox,

und daran hängen Drähte.

Ein Draht führt zur Maus,

ein Draht zur Tastatur,

einer zum Bildschirm,

einer zum Netzwerk,

oder vielleicht zum Modem oder einfach nur zum Drucker,

und ein dicker Draht geht in die Steckdose.

Genau genommen führt auch

nur vom Drucker,

vom Bildschirm

und

vom Modem

ein dicker Draht in die Steckdose.

Nah liegt der Gedanke: das Virtuelle schiesst aus der Steckdose.

Aus der Steckdose fliesst

alles raus

und in die Steckdose schwappt

alles wieder rein.

Ein verlockender Gedanke, vielleicht später davon mehr.

Ohne Strom strömt ganz sicher gleich gar nichts.

Was auch deutlich wird:

virtueller Raum braucht

zuerst mal realen Raum,

braucht physische Infrastruktur,

braucht für virtuelle Infrastruktur reale Orte.

Ein Draht ist etwas Reales im Raum.

Die Ästhetisierung der Hypertektur,

eine Ontologie

dem Skulpturalen der Drähte?




Sicher, DNSthetik.




Die

zur Ausbildung der Grundpfeiler eines virtuellen Raumes

erforderliche geographische Distanz

ist gleichzeitig

durch die Verbindung der Systeme,

konstitutiv,

zu überwinden.

Diese deutliche Trennung,

geographisch,

und deren Überwindung durch Verbindung,

Transport,

führt zu den Topologien der Netze.

Drähte und Verknüpfungen bilden Netze.

Wired.

Mehr Grundlagen dazu: Managing IP Networks with Cisco Routers von Scott M. Ballew .

Nun nicht die Frage,

is the network the virtuality ?

Verknüpfung ist

und Knoten sind

Sinnbilder der virtuellen Räume:

ein Rechner und die Verbindung zum Rechner

und

(Achtung, jetzt kommts)

die Versorgung des Systems

mit

konstanter Energie. it conquered the world




Verknoten ist Cyberspace.




Das Knoten mit Draht (Energiezufuhr)

und dann der Knoten im Draht (Rechner)

und der Draht (Verbindung).


Oder wie die Datenindianer zu sagen pflegen werden:

begrabt mich in der Glasfaser,

aber verbiegt nicht den Fluss.


Glas verknoten ?


Im virtuellen

Raum zu bauen,

zu schaffen,

zu schöpfen,

zu wertschöpfen,

zu gestalten,

zu arbeiten einfach,

heisst auch,

ich muss

virtuelle Räume bauen, und, in virtuellen Räumen leben können.

Und ich muss

mich wohl fühlen dürfen

darin.

Das Eintreten aus dem Realen Raum in den Virtuellen Raum

ist nicht zu trennen

vom Eintreten des Virtuellen Raumes in den Realen Raum.




Realität ohne Cyberspace ist irreal geworden.






Interface: myself.

yourself